Interview mit der Autorin Alix Renard



Heute habe ich ein sehr interessantes Interview mit der Autorin Alix Renard für euch. Sie hat das Buch "Elissa" geschrieben, welches ich bereits hier rezensiert habe. Ich persönlich möchte ja ihren Sessel unbedingt haben, aber ich glaube den gibt sie nicht an mich ab ;)
1. Erzähl uns doch ein wenig über dich: Wie bist du zum Schreiben gekommen? 


Ich würde eher behaupten, das Schreiben kam zu mir. Schon bevor ich „schreiben“ konnte, habe ich „Geschichten“ in meinem Kopf formuliert. Meistens ging es dabei darum, dass mein eigenes Leben anders aussehen sollte. Ich wollte zum Beispiel gerne auf einer tropischen Insel leben und einen Koalabären als Haustier haben. Das habe ich mir dann immer als Geschichte für mich zurechtgelegt. Als ich dann der konkreten Kunst des Schreibens mächtig war, kam der Rest von selbst ... ;)

2. Wie kam dir die Idee zu 'Elissa'? 

„Elissa“ ist eine Mischung aus meinen Passionen für verschwundene Menschen und Geschichte. Leider fehlt mir die nötige Fachkompetenz um einen guten Historienroman zu schreiben, was ich immer wieder bedauere.

Konkret hat mich der Fall eines verschwundenen Kleinkindes aus der DDR veranlasst, „Elissa“ zu schreiben. 1984 verschwand Felix, ein 18 Monate alter Junge, vor einem Kaufhaus aus seinem Kinderwagen. Man spekuliert, dass er von einem Mitglied der russischen Armee ausgetauscht wurde, den ein paar Tage später fand man einen anderen kleinen Jungen in einem Karton ausgesetzt. Felix’ Eltern suchen bis heute nach ihrem Sohn.

(Siehe auch: http://www.n-tv.de/panorama/Suche-nach-Felix-seit-25-Jahren-article656423.html) 

3. Schreibst du spontan drauf los oder legst du dir vorher die komplette Geschichte zurecht? 

Einzelner Elemente, die vorkommen sollen, lege ich mir zurecht, den Rest spinne ich eher spontan dazu bzw. herum. Ich ändere auch oft oder schreibe um, bis mir mein Gefühl sagt, dass es „passt“. Ich bin ein sehr intuitiver Mensch. ;) 

4. Hast du Persönliches in deinem Roman verarbeitet? 

Ich würde wie Rudolph Castell gerne einen Bestseller schreiben. ;) Ansonsten findet sich eigentlich nichts „Persönliches“ in meinem Roman. Einzelne Begebenheiten sind an Dinge angelehnt, die ich von anderen gehört habe, beispielsweise die Mobbingattacken von Mitschülern, unter denen der Sohn Vincent leidet. 

5. Ich bin neugierig, und ich denke ‚unsere‘ Leser auch: Kannst du uns ein Bild deines Arbeitsplatzes zeigen?

Einen festen Arbeitsplatz habe ich zum Schreiben eigentlich nicht. Gerne schreibe ich zum Beispiel mit dem Laptop im Bett (nachts und bei offenem Fenster, wenn draußen die Grillen zirpen ;)). 

6. Denkst du dir immer noch aus, wie es nun mit deinen Protagonisten wohl weiter gehen könnte? 

Ich denke gerne darüber nach, wie es mit Elissa und ihrer Familie in Russland weitergehen sollte. In meiner Vorstellung entwickelt sich eine Art Thriller oder Krimi daraus ... ;) 

7. Würdest du deinen Roman immer noch selbst veröffentlichen? 

In Anbetracht der Tatsache, dass niemand anderes ihn veröffentlichen wollte: Ja. ;) Mir geht es da wie unserem ersten Bundeskanzler, Konrad Adenauer: Ich glaube an mich und stimme deshalb für mich selbst.
Das ist auch etwas, dass ich anderen ans Herz legen will: Glaubt an euch. Wenn etwas nicht klappt, wie ihr es wollt, dann reflektiert konstruktiv und arbeitet an euch, um die Dinge zu ändern, aber gebt nicht auf. Die Dinge, die ihm Leben etwas wert sind, erfordern im Allgemeinen viel Ausdauer und Arbeit. Deshalb sind sie am Ende dafür umso wertvoller.

Liebe Alix, ich danke dir für dieses Interview :-)
2 Kommentare
  1. Ich weill auch so einen coolen Sesseln xD Du hast interessante Fragen vorbereitet, ich hätte mir aber mehr zum Roman gewünscht, zum Thema - die Autorin hat ja recherchiert, also hat sie sicher viel zu sagen.

    Ich hab neulich mein zweites Interview mit einer Autorin führen dürfen und frage mich jedes Mal, was ich fragen will. Was interessiert meine Leser? Mann will nich zuviel zum Buch fragen, damit auch Leute, die das Buch nich kennen, etwas mit dem Fragebogen anfangen können. Gleichzeitig ist das natürlich interessanter als Infos zur Schreibumgebung... Ich weiß es nicht. Aber als Leser insteressiert mich das nicht. Und auch nicht als Autorin, weil ich ja für mich schreibe. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Leser hinter die Fassade des Autors gucken wollen und eine Beziehung aufbauen wollen. Aber... für mich ist das nix :-)

    Übrigens habe ich auf FB mal die Frage gestellt, ob man Tippfehler in Interviews korrigieren darf. Und die überwiegende Meinung war: Ja. Ich weiß nicht, ob die Tippfehler hier ein Versehen waren, aber du darfst sie rausmachen :P

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  2. Ehrlich gesagt sehe ich das nicht so wie du, ich finde Infos bezüglich ihrer Recherche völlig ausreichend, vor allem weil man ja auch nicht zu viel vom Roman verraten will, welcher sowieso nicht allzu lang ist.
    Tippfehler korrigiere ich nicht, ich maße mir das nicht an. Ich bin weder Lektorin noch Korrektorin und auch nicht perfekt, also werde ich bei anderen nicht korrigieren.

    Deinen zweiten Absatz verstehe ich nicht recht....

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