[Rezension] Nick Louth - Die Suche

http://www.ullsteinbuchverlage.de/nc/buch/details/die-suche-9783548287362.htmlhttp://www.amazon.de/Die-Suche-Thriller-Nick-Louth/dp/3548287360/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1431640496&sr=8-1&keywords=nick+louth

In Amsterdam sterben Menschen. Jeden Tag werden es mehr. Malaria breitet sich in der Stadt aus, übertragen von gezielt ausgesetzten Mücken. Eine könnte helfen: Die Wissenschaftlerin Erica Strout-Jones steht kurz vor dem Durchbruch in der Malaria-Forschung. Doch sie ist spurlos verschwunden - alles deutet auf eine Entführung hin. Ihr Freund Max Carver sucht in der Amsterdamer Unterwelt nach ihr. Max muss wissen, woran Erica zuletzt gearbeitet hat, nur so lässt sich die Katastrophe aufhalten. Seine Suche führt ihn immer tiefer in Ericas Vergangenheit. Was hat sie in den 90er Jahren in Afrika gemacht? Und was hat das mit der Malaria-Epidemie zu tun? Max muss feststellen, dass er Erica kaum gekannt hat, denn was er über sie herausfindet, ist lebensgefährlich ...


„Die Suche“ wird als Thriller bezeichnet, aber ich finde, dass „Dystopie“ irgendwie auch ganz gut gepasst hätte. Mich würde es nicht wundern, wenn wirklich irgendwelche Wissenschaftler gerade versuchen, derartige Mücken (oder anderes Getier) zu züchten. Ist doch ne prima Biowaffe, die man auch so schnell weder vorahnen noch ausrotten könnte. Und genau wegen diesem Gedanken hat mir das Buch auch sehr gut gefallen. Ich mag es ja, wenn ein Thema behandelt wird, das zwar nicht gewöhnlich ist, aber dafür trotzdem realistisch sein könnte. Und dies ist für mich hier gegeben. Die Spannung war daher sehr hoch, mit kleineren Ausfällen,  ich misstraute so ziemlich jedem (hey, wer weiß?) und hatte zig tausend Vorahnungen, Vermutungen und was-weiß-ich-alles um am Ende immerhin halbwegs richtig zu liegen. Das stört eventuell einige, aber mich nicht, ich fühlte mich in dem Fall eher bestätigt. :D


Der Lobeshymne zum trotz gibt es auch Punkte, die mir weniger gefielen. So wirkten einige Morde einfach zu konstruiert, zu gewollt, als wenn sich der Autor dachte: wenn Thriller draufsteht, muss es auch drin sein. Manchmal wäre weniger dann eben doch mehr. Ich könnte mir vorstellen, dass es viele Genrefans gibt, die nicht ganz meiner Meinung sind, was die Spannung angeht. Es wird viel beschrieben, erklärt, vermutet – genau das, was ich eben an Dystopien mag. Aber es ist ja keine, und daher kann das für einige zu viel sein und eher langweilig wirken.


Was die Protagonisten angeht, weiß ich nicht so recht, was ich dazu sagen soll. Ich traute niemanden so wirklich, Hauptperson hin oder her. Ich konnte keinen einschätzen, es gab viele Widersprüche in den Persönlichkeiten. Das ist schade, denn Bücher leben ja eigentlich von ihren Personen.


Der Schreibstil ist okay, nicht schlecht, aber auch nichts Überragendes. Immerhin gab es einige wissenschaftliche Aspekte, die mir zeigten, dass der Autor recherchiert hat.  Die Story wird uns von einem allwissenden Erzähler präsentiert, das war eine gute Entscheidung.


Ich tu mich mit der Bewertung schwer, denn wenn ich es als Thriller bewerten muss, würde ich höchstens 3 Eulen vergeben. Nach meinem persönlichen Geschmack kommen wir aber immerhin auf 4,5 Eulen. Was für euch zutrifft müsst ihr nun selbst entscheiden, so einen Fall hatte ich auch noch nicht.

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