[Sonntagsgedanken] Bloggedanken


Ich bin an einem Punkt angekommen, den wohl viele Blogger früher oder später erreichen. Ich weiß nicht, wie es mit dem Tintenblog weitergehen soll. Was ist sinnvoll? Was nervt? Was soll ich bleiben? Wie erreiche eine bessere Reichweite und somit mehr Leser?

Zumindest für letzteres scheint mir die einzig logische Konsequenz zu sein, mehr Abwechslung zu bieten. Nicht nur Rezensionen, nicht nur das übliche Bla-Bla, was wir alle schon zu genüge kennen. Aber ich mag Rezensionen, und ich mag das übliche Bla-Bla. Was ist wichtiger: was ich mag, oder was die Leser mögen? Was ist mir wichtiger? Ich weiß es nicht. Ich mag beliebt sein, auch wenn sich das vielleicht krass anhört, aber ich mag mir auch treu bleiben. Ich bin kein kreativer Mensch. Ich bin kein Mensch, der Posts schreibt, die unglaublich unterhalten.

Mein Hund liebt Socken, mein Freund die Veranstaltungstechnik, meine Eltern ihr grottiges Wohnmobil - was liebe ich? Was liebe ich genug, um es mit euch zu teilen und somit mehr Abwechslung zu bieten...? Wollt ihr überhaupt mehr Abwechslung? Reichen Neuzugänge?

Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, mit dem Blog den ein oder anderen Euro zu verdienen. Keine Massen, alle paar Monate mal ein Buch würden mir reichen. So als Bestätigung. Affiliate Links waren mein Zauberwort, das hörte sich alles ganz toll an. Nachdem ich mich aber erkundigt habe und erfuhr, dass ich Gewerbe & Co. dafür brauche und höchstwarscheinlich meine Leser nerve hat sich das erledigt. Schade.

Ich wollte mehr Posts schreiben, welche sich mit der Buchwelt allgemein beschäftigen. Sei es das Verlagswesen oder Neuerscheinungen. Gibts aber alles schon. Ist nichts neues. Kennen wir. 

Ich wollte ein schönes Design erstellen. Immerhin isst das Auge ja mit. Aber was ist schön? Was finden andere schön? Was finde ich eigentlich schön, wenn ich den allgemeinen Geschmack ausblende?

Ich wollte großes schaffen, in dieser riesigen Blogosphäre, angefüllt mit tausenden von Blogs. Ich wollte, damals, meine Welt der Bücher schaffen, was euch meine Tagline früher auch gesagt hat. Das will ich jetzt aber nicht mehr. Ich will nichts großes erschaffen, ich will nicht besonders sein, ich will ich sein. Mein Blog, meine Welt, meine Art. Aber gleichzeitig will der Tintenblog auch gefallen und vielleicht sogar auffallen. Wie bekommt man das bitte unter einen Hut?

Ich will JETZT Veränderung. Weiss dabei auch gar nicht, was ich überhaupt verändern will. In der Regel muss dann der Header dran glauben, hat er aber vor ein paar Tagen schon. Was würden andere verändern? Will ich wirklich Veränderung auf dem Blog, oder nicht eigentlich im wahren Leben?

Ich will polarisieren. Ich hab aber auch Schiss vor dem Echo. Ich will der Welt da draußen mal so richtig die Meinung geigen - aber nicht selbst angegeigt werden. In echt habe ich nämlich gar nicht so ne große Fresse.

Zum Fall ich zu wirr geschrieben habe: ich frage mich, wie man mehr erreichen kann, ohne sich selbst zu verlieren oder zu vergraulen. Mir ist klar, dass ich nie eine der "ganz großen" sein werde - brauch ich auch gar nicht, aber man freut sich trotzdem über regelmäßigen Besuch. Ich denke, diese Zweifel, wie man es am besten macht sind normal und sprechen manchen sogar aus der Seele :)

6 Kommentare
  1. Diese Frage stellt sich mir auch gerade: Was will ich mit meinem Blog Libramor eigentlich? Ursprünglich war es ein Bücherblog, aber das Rezensieren war nie so meins. Das hat dazu geführt, dass ich einfach gar nichts mehr gepostet hab, weil ich nicht wusste, was. Ich sprudele nur so vor Ideen, aber sobald ich das Schreibfenster offen hab, ist mein Kopf leer und ich hab keinen Schimmer, worüber ich bloggen könnte. Ich bin jedenfalls gespannt, wohin das noch führen wird...
    Liebe Grüße
    Lioba :)

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  2. Ich finde, du hast doch in deiner Blogzeit schon viel erreicht! Du hast bereits einen guten Stamm an Lesers! Warum diese Gedanken also? LG

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  3. Hey,

    ich kann dir nur sagen du sprichst mir aus der Seele. Klar macht das mit dem Bloggen Spaß, sonst würde man es ja nicht machen, aber dennoch steckt dann auch wieder (zumindest bei mir) der Ehrgeiz dahinter etwas zu erreichen. Man will sich selbst treu sein, aber eben auch etwas erreichen, um mal deine Worte aufzugreifen. Ich weiß selbst nicht so genau, wie ich das im Moment unter einen Hut bringen soll und kann dich und deine Zweifel sehr gut verstehen.

    Liebe Grüße
    Bettina

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  4. Ich denke, dass jeder so an den Punkt kommt. Auch ich mit meinem Blog. Ich frage auch gerade meine Leser, was sie mehr von mir lesen wollen. Bei mir gibt's Rezensionen. Ich lese schnell. Somit einmal sogar die Wahnwitzige Idee 30 Tage 30 Bücher. Doch ehrlich. Lesen soll doch auch Spaß machen. Ja, auch ich sollte mich selbst nicht verlieren. Momentan wollen meine Leser, dass ich mehr Aktionen von anderen Blogs mitmache. Ja, ich habe schon auch darüber nachgedacht, ob ich bei TTT oder der Montagsfrage mitmachen soll. Deswegen bin ich also nicht abgeneigt. Persönlich scheinen viele auch zu mögen, dabei muss ich ehrlich sein: Bin ich so interessant? xD
    Höher, schneller weiter. Dies gilt immer, auch beim Buchbloggen. Sei anders, sei besser, mache mehr und finde deine Nische.
    Jeder Gedanke wurde schon einmal gedacht. Das ist nicht nur bei den Buchideen so, sondern auch hier. Gedanken zu Zitaten. Das war mal meines. Ein Verlag schrieb mich an. Meinte ich dürfe nur drei Zitate für das Buch verwenden. Es schied also aus. Denn wenn man nach Zitatanzahl fragt, da sagen fast alle das Gleiche: Nur drei.
    Aus drei Zitaten einen Beitrag zu machen? Das tue ich nur noch selten. Andere haben es übernommen. Schrieben mehr und mehr. Gut, Idee abgetreten. Zeit dazu, neben dem Studium? Der Tag hat nur 24 Stunden. Und dann die Frage: Wie anders sein?
    Warum anders sein? Warum immer mehr, immer innovativer? Warum keine anderen Hobbys mehr, kein Leben?
    Bloggen ist Zeitaufwendig, selbst wenn es nur um Rezensionen geht. So sein zu wollen wir die "Großen"? Das wollte ich in der Grundschule auch. Die Großen waren die 4. Klasse. Jeder fängt einmal Klein an xD
    Mittlerweile ist es so, dass ich über jeden Leser froh bin. Froh, wenn es ihm bei mir gefällt. Mein Design ändere ich nicht. Nur minimal. Neues Kleid heißt ja nicht gleich auch neues Glück. Wenn ich von Bloggern höre, die Jahreszeiten bei ihrem Design nachmachen, da schau ich nicht extra darauf, ob es jetzt besser aussieht. Das ist mir egal. Klar das Auge isst mit, aber dennoch ist der Inhalt wichtig. Und ob und wie sie mit dem Leser agieren. Es gibt viel Auswahl, man nimmt alles mit. Man vergisst sich und kommt dann zu dem Punkt zu fragen, ob die Großen nicht auch einfach Glück hatten. Einige sind länger dabei. So, dass die Buchblogger noch überschaubar gewesen waren. Klar, kein Wunder also, dass Verlage sie bevorzugt nehmen. Klar, dass die Leser dann mehr zu ihnen pilgern, wo sie mehr Neues haben. Am besten vor dem Erscheinen. Am besten gleich noch immer ohne etwas dazu.
    Kommt es also auf die Leseranzahl an? Ich persönlich finde Nein. Mehr Leser heißt zwar, dass Verlage dich bevorzugt nehmen, aber wozu? Nur um kostenlose Bücher zu bekommen? Okay, ich liebe es Rezensionsexemplare zu ergattern, bei Verlagsaktionen teilzunehmen, aber ich würde es auch versuchen, wenn ich nur einen Leser hätte.

    LG
    Sarah

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    1. Wow, was für eine Antwort! Ich glaube, man muss sich vorher klar sein, was man erreichen will. Meist ist es so, dass man sagst, das und das ist gar nicht nötig, aber man möchte doch nach und nach eine gewisse Rückmeldung, weil man sonst tatsächlich nur für sich selbst schreibt und das macht auf Dauer keinen Spaß! LG

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    2. Ja, eine gewisse Rückmeldung wäre immer gut. Natürlich, man möchte ja auch sehen, wie die Leser auf die eigene Rezension/Non-Book-Beitrag reagieren.
      Klar, Ziele hat man sich immer zuvor gesetzt. Es steht immer etwas dahinter, wenn man mit dem Blog schreiben anfängt. Dem einen ist es wichtig seine Meinung zu lesen, dem anderen der Austausch oder eben um seine Gedanken festzuhalten.
      Wenn ich ehrlich bin, ich schreibe selten bei anderen Blogs einen Kommentar, weswegen ich auch nicht unbedingt Reaktionen zu meinen Beiträgen erwarte. Manchmal kommen welche, manchmal auch nicht. Dennoch bleibe ich am Ball, benutze den Blog bei mir auch als Lesetagebuch. Natürlich könnte man das auch klar und deutlich offline tun, weswegen auch der Mitteilungsgedanke dahinter steht. Ein Geben und ein Nehmen. Rückmeldungen sind gut, schön und erstrebenswert, aber wenn ich meine Faulheit beim Kommentieren von anderen Blogs anschaue, da kann ich niemand verurteilen, wenn er mal nicht einen Kommentar hinzugefügt, um sich mitzuteilen.

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